10.08.2010

Milford Sound und Scenic Cruise

Perfektes Wetter war mir beschert, als ich am Sonntag (nach einem Tag Pause aufgrund von Schnee) von Te Anau Richtung Milford Sound aufbrach. Der Besitzer des Backpackers, in dem ich in Te Anau Unterschlupf gefunden hatte, borgte mir aufgrund der Witterungsbedingungen sogar Schneeketten, die aber zum Glück im Auto verstaut blieben und nicht montiert werden mussten. Bei bewölktem Himmel ging es dann los, doch schon kurz nach dem Homer Tunnel, der eine Wetterscheide darstellt, präsentierte sich der Himmel in strahlendem Blau - und so dann auch bei meiner 2.5 stündigen Tour über den Milford Sound mit Real Journeys (Elli: Die Dame, bei der ich gebucht hatte konnte sich noch gut an dich erinnern ;) ). Mit zahlreichen Informationen über die Tier und Pflanzenwelt, über den Greenstone, der von den Maori hier im Milford Sound gefunden wurde ging es dann Richtung Tasman See, wo wir nach gut einer Stunde ankamen und die Küste Neuseelands Richtung Norden und Süden bestaunen konnten - bei starkem Wind und etwas unruhiger See. Daher ging es rasch wieder zurück in den schützenden Sound, dessen Bergkuppen Dank des Neuschnees schön angezuckert waren. Ein besonderes Erlebnis - ein sehr feuchtes nämlich - war dann, als der Kapitän unser Boot rund 2 Meter an einen der großen Wasserfälle steuerte und vor allem wir, die wir im vorderen Bereich des Bootes standen eine kostenlose kalte Dusche abbekamen.
Tags darauf begann ich meine Reise zurück Richtung Te Anau, allerdings hatte ich für diesen Tag noch einen rund 3-stündigen Ausflug geplant. Eigentlich wollte ich zu einem See in einem Tal rund 40 Kilometer von Milford Sound entfernt wandern, allerdings empfahl mir der Besitzer des Backpackers in Te Anau, dass ich doch lieber den Key Summit erklimmen solle, und somit die erste Stunde des Routbourne Tracks wandern sollte, was ich schlussendlich auch machte. Vom Parkplatz auf rund 510 Meter über Meeresspiegel ging es dann hinauf auf nahezu 950 Höhenmeter, die letzten hundert Höhenmeter waren dann sehr weiß, aber wunderschön. Dank des wolkenlosen Himmels schienen die umliegenden Berge des Fiordland Nationalparkes zum greifen nahe.


Die Fahrt nach Milford Sound.


Am Homer Tunnel begrüßten mich wieder einmal die Keas... auf meinem Autodach.



Erster Ausblick auf den "Mitre Peak", der wohl meist fotografierteste Berg Neuseelands, der der Legende nach einem Bischofshut ähneln soll.



Unser Ausflugsboot für die Nature Cruise am Milford Sound.






In der Tasman See angekommen Blick nach Norden die Küste des Fiordlands entlang.



Im Hintergrund sieht man die Einfahrt in den Milford Sound.


An diesem Wasserfall gabs eine kalte Dusche ;).





Die Sonne versinkt hinter dem Mitre Peak.


Wasserfall an der Milford Sound Road.


Wanderung zum Key Summit - wundervolle Eiskristalle am Wegrand.



Angelangt: Key Summit mit wundervollen Ausblicken über das schneebedeckte Fiordland.









Blick entlang Hollyford Valley (Flo, sollte dir ja bekannt vorkommen ;) )


Lake Wakatipu kurz vor Queenstown.

06.08.2010

Hamner Springs, Wanaka und Lake Wakatipu

Kinloch ist ein kleines verschlafenes Dörfchen am Lake Wakatipu, einem riesigen See am Rande es Fiorland Nationalparkes, wo ich gestern Abend gelandet bin. Dörfchen ist ehrlicherweise sogar fast übertrieben, denn außer einem Backpacker und zwei, drei weiteren Wohnhäusern gibt es hier nicht viel - der einzige Weg hierher führt über eine einspurige Brücke (sogenannte One-Lane Bridges, die in Neuseeland weit verbreitet sind) und eine Schotterstraße - oder aber über die (heute schneebedeckten) Berge, hier enden nämlich der neben dem Milford Track sehr populäre Routbourne Track sowie der vermutlich weniger bekannte Green Stone Track. Bei Carrote Cake und einem leckeren Cappuccino habe ich in dem sehr netten Backpacker, wo ich die letzte Nacht verbracht habe, noch eine Pause eingelegt, bevor es in Kürze weitergeht nach Te Anau und dann zum Milford Sound. Kilometerreiche Tage liegen hinter mir.
Nachdem ich am Montag in Nelson aufgebrochen war hatte ich noch einen kleinen Zwischenstop bei Amy und Bill eingelegt, Danny und Lyns Tochter, die rund 40 Autominuten von Nelson entfernt wohnt. Hier hieß es mit Ella schaukeln und die Hunde füttern - beeindruckend wie die 2-jährige Ella die Hunde herumkommandiert. Danach ging es für mich weiter nach Hamner Springs, einem alpinen Thermenort, wo unter anderem die heilende Kraft der natürlichen warmen Quellen ganz groß geschrieben wird. Und natürlich gönnte ich mir hier ein wohltuendes Bad, wobei meiner persönlichen Gesundheit genau das nicht so gut getan hat, denn mein eh schon angeschlagenes Immunsystem mochte die Kälte (die Pools sind im Außenbereich) nicht besonders, und so kam eine richtig schöne Angina zum Ausbruch. Sogar die zuvor vom Doktor verschriebenen Antibiotika sollten mehr als 2 Tage brauchen um überhaupt anzuschlagen.
Auf meiner Weiterfahrt von Hamner Springs machte ich Zwischenstop in Christchurch, um einerseits beim Automarkt die Formalitäten für mein Auto abzuwickeln, um dieses verkaufen zu können. Nachdem derzeit aber die ruhigste Zeit im Jahr bezüglich Autoverkauf ist (in der Vorwoche wurden hier ganze 2 Fahrzeuge verkauft) beschloss ich kurzerhand, meinen letzten Trip ins Fiordland noch mit meinem Auto zu unternehmen - vermutlich auch ein bisschen aus dem Grund, weil ich mich innerlich noch nicht von meinem (treuen) Weggefährten trennen wollte :). Der zweite Grund für den Zwischenstop in Christchurch war, ein Fotospezialgeschäft zu finden, denn leider macht mein Hauptobjektiv einige Probleme. Der Verkäufer hier konnte relativ rasch den Fehler auf die Blende des Objektives einschränken, meinte jedoch, dass Canon selbst das Problem lösen muss und das dies in meiner verbleibenden Zeit in Neuseeland nicht mehr möglich wäre. Leider ist das Problem mittlerweile so schlimm geworden, dass ich das Objektiv gar nicht mehr verwenden kann und ausschließlich mit Tele oder Weitwinkel fotografieren muss - mehr als suboptimal! Wie auch immer, bei meiner Weiterfahrt Richtung Fiordland fand ich Abends in Geraldine, einer kleinen Ortschaft unweit von Timaru in einem ehemaligen Geburtenhaus Unterschlupf, das heute als Backpacker umfunktioniert ist. Allerdings hat die Herberge auch heute noch sehr den Character eines Krankenhauses und machte es ein wenig schwierig, sich wirklich gemütlich und zuhause zu fühlen. Zudem war ich der einzige Gast in diesem Backpacker, etwas merkwürdig.... Am nächsten Tag ging es weiter durch das Landesinnere (vorbei am Lake Tekapo und Pukaki) nach Wanaka und schon bei meiner Durchquerung der Südinsel wurde ich Links und Rechts von mit Schnee bezuckerten Bergen begrüßt - ein toller Anblick. Nach einer Nacht in Wanaka und meiner Einschätzung, noch nicht zum Skifahren bereit zu sein, setzte ich meine Fahrt dann gestern fort um die Gegend um Glenorchy und Kinloch am Lake Wakatipu zu erkunden und beispielsweise einen Ort zu besuchen, der im Autoatlas als "Paradise" eingezeichnet ist - und am Ende der schottrigen Straße dann wirklich eine malerische Landschaft. Unterwegs noch ein Stop in der alten Goldgräberstadt Arrowtown nahe Queenstown, die heute mit Shops rund um das wertvolle Eisen und zahlreichen Galerien zahlreiche Touristen anlockt. Und ja, ich muss ja ein Geständnis ablegen: Iris hat es geschafft mich zu bekehren, mein Mittagessen an diesem Tag bestand aus "Cornthins" und ... MARMITE. Ich kann sagen: So schlecht schmeckt es nun doch nicht ;). Beweisfoto siehe unten. Gestern Abend galt es dann hier in der Kinloch Lodge - nachdem ich wieder der einzige Gast im Backpacker war - eine sehr schwere Entscheidung zu treffen: Einen Film aus rund 500 Filmen auszuwählen ;) und diesen dann vorm gerade eingeheizten Ofen zu genießen.


Eine der zahlreichen "One-Line-Bridges" kurz vor Wanaka.


Blick auf die Alpen Neuseelands bei Fairlie.


Church of the Good Shepard am Lake Tekapo.


Die tief hängenden Wolken über dem Lake Pukaki.


Das enorm blaue Wasser des Lake Pukaki wird auch zur Energiegewinnung verwendet.


Lake Ohau.


Blick zurück auf die Alpen kurz vor meiner Ankunft in Wanaka.


Lake Wanaka. Die umliegenden Berge sind alle schneebedeckt.


Zwischenstop in der Goldgräberstadt Arrowtown.


In einer der zahlreichen Galerien in Arrowtown: Handbearbeitete Jade (Greenstone).


Old Post Office von Arrowtown.


Auf dem Weg zum "Paradise" ;)



Mein Lunch: Marmite mit Cornthins.


Die Wolken hingen zwar den ganzen Tag recht hartnäckig in den Bergen, ein Blick auf die schneebedeckten Kuppen war hier und da aber dennoch möglich.


Die Sonne versinkt hinter den Bergen von Lake Sylvan.




Die Morgensonne über dem Lake Wakatipu bei Kinloch.





Klassisches Bild einen Neuseeländischen Possums - Roadkill ;). Und ganz ehrlich: Ich wars nicht!




Blick auf Kinloch und Glenorchy.

01.08.2010

Nelson - Good Bye

Die Zeit ist gekommen um in Nelson die Zelte abzubauen, was zugegebenermaßen gar nicht leicht ist. So viele Leute hab ich in diesen vier Monaten, die ich hier gelebt habe, so lieb gewonnen und der Abschied war daher kein leichter. Die gesamte Family Boulton und Poppy hatte ich daher am Freitag zum Essen eingeladen und als Andenken gab es für alle ein Foto von meiner Reise auf einem Holzbord. Auch Amy (Danny und Lyns Tochter), Bill (ihr Lebensgefährte und nächstes Jahr Mann :) ), Jackson und Ella (die beiden kleinen) war gekommen. Ein sehr emotionaler Abschied auf alle Fälle, allerdings besteht noch die Möglichkeit, dass ich Danny und Lyn in Christchurch kurz vor meiner Abreise treffe, sollten sie ihre Urlaubspläne entsprechend hinbekommen ;). Sie sind für mich hier in Neuseeland wirklich wie meine Familie geworden und es war schön zu hören, als Lyn meinte - und du wie ein Sohn zu uns.

Auch von meinem Schlagzeuglehrer Chris hieß es Abschied nehmen und zum Abschluss versuchte ich mich sogar (erstmals) durch ein ganzes Lied... The Killers mit "When you where young" - Bis das Lied am Schlagzeug flüssig klingt, bedarf es aber noch einiger Übung :).

Und schlussendlich hatte am vergangenen Freitag auch meine letzte Stunde am Fließband geschlagen: Nachdem ich schon in der Woche davor meine Kündigung abgegeben hatte, hieß es Abschied nehmen - zugegebenermaßen viel der Abschied nicht ganz so schwer, wenngleich ich auch sehr überrascht war wieviele Leute (und auch Supervisor) mich auf meinen Abgang ansprachen und wissen wollten, wo ich denn nachher hingehe... Und glücklicherweise war es möglich, am letzten Tag ein paar Fotos in der Fabrik zu schießen, auch an meiner Skinning Maschine, an der ich ja nun mehr als drei Monate gearbeitet hatte, denn eigentlich ist es verboten, in der Fabrik selber Fotos zu machen, aber nachdem Helene, eine der Supervisorinnen sich anbot ein Foto von mir zu schießen und auch gleich noch die halbe Belegschaft mit aufs Foto einteilte kam ich zu einigen Schnappschüssen! Gut eine Stunde vor meinem offiziellem Ende in der Fischfabrik kam dann noch der Hauptaufseher zu mir, bedankte sich für meine Arbeit und meinte, ich könnte mich nun von den Leuten, die mir wichtig sind verabschieden, und dann könne ich heute etwas früher nach Hause gehen - eine nette Geste wie ich meine. Die Frage bleibt nun natürlich: Wie viel hab ich zur Zerstörung der Welt beigetragen: Fast 4 Monate hab ich nun Hoki, einem Fisch der vom Aussterben bedroht ist und auf der roten Liste von Greenpeace steht, verarbeitet (pro Tag laufen bis zu 42 Tonnen allein von der Verarbeitungslinie, an der ich gearbeitet habe!), zudem war der größte Abnehmer der Hoki Filets eine große amerikanische Fast-Foot Kette, der Name denke ich nicht erwähnt werden muss!


Abschied von meinem Schlagzeuglehrer Chris Pierson.


Die Filetiertruppe mit Supervisor Steven.


Am Trimming Band.


Hier stand ich Tag ein, Tag aus 8 Stunden - am Trio (oder Skinning Maschine) und passte auf, dass der Fisch richtig rum in diese Maschine hineinfuhr!


Eine sehr interessante Band am Markt von Nelson bei meinem Samstäglichen Spaziergang über den Markt.


Abschied von Poppy und den Boultons: Jacob, Danny, Lyn mit Ella, Iris, Amy mit Jackson, Bill und Hitomy (Poppy).